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www.hans-georg-wieck.com ist eine non-kommerzielle Website, die die Arbeiten des Diplomaten und Publizisten Dr. Hans-Georg Wieck darstellt. Nachfolgend finden Sie seine neuesten Publikationen und beliebtesten Beiträge.


Aktuelle Beiträge


Die sozialen Herausforderungen in Indien und China (pdf)


Die Kolonialkriege, aber auch der Kalte Krieg gehören der Vergangenheit an. Es bleiben Hypotheken dieser Epochen, die auch das Schicksal Indiens und Chinas  mitprägten – mit unterschwelligen Grenzkonflikten im Himalaya über tausende von Kilometern hinweg – und mit der wirtschaftliche und sozialen „Aufholjagd“ beider Mächte – wie auch anderer Mächte -  um im Konzert der Weltmächte mitzuhalten und ihr Schicksal in erster Linie selbst zu bestimmen.

Der wirtschaftliche Aufschwung in Schlüsselregionen – zum Beispiel in den Küstenprovinzen Chinas  und in den großen Städten Indiens sowie den landwirtschaftlich hochentwickelten Provinzen - steht im krassen Gegensatz zu dem Elend in den rückständigen Provinzen beider Länder. In China widersetzen sich die ethnischen Minderheiten wie Uiguren und Tibeter, aber auch Mongolen der Sinisierung ihrer Heimat. Mehr als 80 000 lokale Unruhen werden jährlich registriert.  Die Modernisierung dieser großen Landstriche ohne eine politisch  selbstverantwortliche Mitwirkung der Minderheiten ist zum Scheitern verurteilt.

China und Indien tragen schwer an den Folgen der immer währenden Korruption, die zur Ineffizienz staatlicher Politik und zum Missbrauch öffentlicher Mittel führt – und zwar in unvorstellbarem Umfang. Volksbewegungen gegen diese Praxis bewirken indessen wenig, wenn überhaupt.



Demokratie und Nachrichtendienste - Analysen und Perspektiven (pdf)

Die Enthüllungen des US-Spezialisten Howard Snowden haben Freund und Feind mit der Existenz der von den USA und Großbritannien aufgebauten geheimen elektronischen Erfassungssysteme von Daten aus dem persönlichen wie dem beruflichen und staatlichen Bereich konfrontiert, das der zur Früherkennung und rechtzeitigen Abwehr terroristischer Akte gegen die USA und andere Länder dienen soll, aber die Unversehrtheit vieler persönlicher Bereiche und  staatlicher aber auch wirtschaftlicher Institutionen und Einrichtungen verletzt.

Aufwendige Schutzmaßnahmen sind notwendig, wenn sich nicht der Grundsatz durchsetzt: „Gegen den Verbündeten spioniert man nicht“.

Diese Entwicklung, aber auch die Globalisierung von Daten und deren Management stellen die Spionageabwehr vor große Aufgaben, aber geben auch den Nachrichtendiensten enorme Möglichkeiten zur Früherkennung von Gefahren für die innere und äußere Sicherheit.

In einem demokratisch-parlamentarischen System wie dem der Bundesrepublik Deutschland werden damit grundsätzliche, aber auch praktische Fragen der wirksamen Kontrolle der Regierungen durch der Parlamente sowie die der Geheimdienste, die ja unter der Fach- und Dienstaufsicht der Bundesregierung arbeiten, aufgeworfen.

Es erscheint notwendig – in der besonderen Situation der Bundesrepublik Deutschland – einen Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages zu bilden, um Klarheit in die politisch eingetretene Verwirrung zu bringen.



Asien und Europa in der postkolonialen Epoche (pdf)

Das koloniale Zeitalter gehört der Vergangenheit an, aber die von diesen Umständen geprägten Verhaltensweisen und Haltungen sowie Meinungen leben fort – und sei es nur im Unterbewusstsein.

Die Machtverhältnisse einer unipolaren oder doppelpoligen Welt wie sie im Kalten Krieg bestanden hat, sind von den Vorstellungen einer multipolar aufgestellten Welt abgelöst worden, aber auch  durch eine globalisierte Wirtschaftsstruktur, die sich auch über nationale Grenzen hinweg durchzusetzen weiß.

Manche meinen, dass dies eine Besonderheit unserer Zeit sei. Das ist eine unbegründete Annahme.

Die globalen,  die überregionalen Märkte entwickelten sich in Europa im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit. auf der Basis von wirtschaftlich  hoch entwickelten Stadtkulturen, vor allem in Norditalien sowie in Deutschland und den Niederlanden. Danach gesellten sich noch die im Ost- und Nordseeraum verankerten Hafen- und Handelszentren der Freien und Hansestädte hinzu, die einen Bund der gegenseitigen Hilfsleistungen bei der  Abwicklung des freien Handels geschlossen hatten. Das Unternehmertum des „Ehrbaren Kaufmanns“ machte verlässliche Handels- und Bankbeziehungen über die Kontinente hinweg möglich – ungeachtet der bestehenden politischen Grenzen und Machtansprüche. An den unabhängigen Gerichten der unabhängigen Städte wurde Recht gesprochen und das Urteil von den Streitparteien akzeptiert.

Wilhelm von Humboldt spricht in seinen globalen Studien von der Grundeinheit des internationalen Systems in Form der sprachlich gewachsenen und sich fortentwickelnden Gemeinsamkeit, die sich zu einer gemeinsamen Werteordnung zusammenfügt.

Immanuel Kant plädiert vor diesem geschichtlichen Hintergrund für den Föderalismus der freien Staaten, also für ein gemeinsames Haus der Völker und Staaten – gegründet auf den Respekt für einander und gegründet auf die schöpferische Kraft des Einzelnen und damit die  schöpferische Kraft seiner  jeweiligen Kultur.

In diesem philosophischen Sinne kann Globalisierung auch die Verknüpfung der Kulturen auf der Basis paralleler Interessen und dem Respekt für einander ermöglichen – in Abkehr von den hierarchischen Strukturen von Machtrivalitäten. Ist das eine Utopie im 21. Jahrhundert – in der postkolonialen, in der postimperialen Welt?



Strategiepapier mit Empfehlungen für die Politik der Europäischen Union gegenüber Belarus (pdf)

Die im Jahre 2014 in Berlin gegründete Vereinigung “Menschenrechte in Belarus e.V. unterstützt die Bemühungen der Zivilgesellschaft in diesem seit 1996 von Lukaschenko autoritär gelenkten Nachfolgestaat der Sowjetunion mit der Hauptstadt Minsk, auch in diesem Land  den Respekt für die individuellen Rechte des Menschen auf Selbstbestimmung, freie und faire Wahlen, freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit durchzusetzen. Das Regime Lukaschenko beruht auf der Konzentration der Staatsmacht in einer Hand, der abhängigen Justiz, der staatlichen Medienherrschaft, einer zentralistischen Wirtschaft und einer gewaltsamen Einschüchterung der Bevölkerung, der andererseits ein Minimum an Lebensstandard gewährleistet wird.

Die Vereinigung fordert und fördert die strukturierte Zusammenarbeit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten mit der Zivilgesellschaft (Zivilgesellschaftliches Forum der Östlichen Partnerschaft der EU mit den östlichen Anrainerstaaten) und die systematische Förderung der Menschen, die sich in der Zivilgesellschaft verankern wollen.

Das Strategiepapier analysiert in jährlichen Abständen die Lage des Landes und überprüft die Belarus-Politik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten.



Die 5 bebliebtesten Archivbeiträge (weitere Beiträge finden Sie in der Rubrik "Archiv")


Megastädte in Indien (2007) (pdf)

In keinem Teil der Welt wachsen die Mega-Cities so schnell wie in Indien. Das geht auf die starke Wanderungsbewegung aus den rückständigen Landstrichen in die urbanen Zentren zurück. Die Großstädte können diesem Bevölkerungszuwachs kaum Herr werden. Ungeachtet vieler Entwicklungsprojekte der Stadtplaner nimmt die Slum-Bevölkerung rasant zu. Die sozialen Konfliktfelder auf kleinem Raum setzten radikale politische Tendenzen frei, z.B. Shiv Sena in Mumbai.


Friedrich Werner Graf von der Schulenburg (2009) (pdf)

Friedrich Werner Graf von der Schulenburg war deutscher Botschafter in Moskau von 1934 bis zum Kriegsausbruch im Juni 1941. Mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion endete seine diplomatische Mission in der sowjetischen Metropole. An den machtpolitischen Verstrickungen des nationalsozialistischen Deutschlands und der kommunistischen Russlands war sein auf den Erhalt des Friedens und die Verstärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern gerichtetes Engagement gescheitert. Mit seinem Wirken und dem Tod als Mitglied des deutschen Widerstands ist Botschafter Graf von der Schulenburg Orientierung und Maßstab für die Nachwelt und für den „Diplomaten als solchen“ Mahnung und Vorbild geworden.


Die Integration der Dalits in die indische Gesellschaft – Eine Schlüsselfrage für die Zukunft der indischen Demokratie (2005) (pdf)

Indien wird weltweit als eine funktionierende Demokratie angesehen. Aber es gibt eine dunkle Kehrseite zu dieser „blühenden Demokratie“: Indien als Nation und natürlich besonders die unmittelbar betroffenen Menschen leiden unter der Last und Problematik der historisch, ja religiös bedingten sozialen Diskriminierung von mehr als 250 Millionen Menschen, die sich als Dalits und Adivasis – Urbewohner – in einer schier ausweglosen Lage befinden und das Gros der in Armut lebenden Menschen auf dem indischen Subkontinent ausmachen.

Die Verfassung stellt diese Menschen mit den anderen Bürgern gleich – vor dem Gesetz und in den staatlichen Einrichtungen. Auf vielerlei Wegen wird diese Gleichsetzung formal durchgesetzt – aber die soziale Wirklichkeit vermittelt ein anderes Bild: Kastenordnung und Rechtsordnung stehen im sozialen Kontext des Lebens im Konflikt. Der Aufsatz untersucht die eingeschlagenen Wege zur Überwindung von Armut und Diskriminierung. Er registriert die Verbesserungen, vor allem im Wege der Quoten in Ausbildung und Beruf,  und analysiert die fortbestehenden Defizite, die zu einer Krise des sozialen Zusammenhalts des Landes oder von Teilen des Landes führen können.


Christen in Indien (2007) (pdf)

Im dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung siedelten Christen aus Mesopotamien in Indien. Wenig später kamen christliche Glaubensflüchtlinge aus Persien auf den Subkontinent. In Indien leben seit Menschengedenken Gläubige verschiedener Religionen mit- und nebeneinander. Der muslimische Mogulherrscher Akbar errichtete an seinem Regierungssitz Fatipur Sikri/Agra als Symbol der Religionsfreiheit und Toleranz die „Säule der Weisheit“ mit Insignien der verschiedenen in Indien bestehenden Religionen. Die Verknüpfung christlicher Missionsarbeit mit den Interessen der europäischen Kolonialmächte in Indien bis zur Unabhängigkeit Indiens und Pakistans belastet bis heute die Akzeptanz christlicher Sozial- und Bildungsarbeit.
Heute leben etwa zwanzig Millionen Christen in Indien, vor allem im Süden und im Nordosten des Subkontinents. Viele Christen haben einen Dalit- oder Adivasi-Hintergrund.Die Verfassung von 1950 garantiert Religionsfreiheit. Mutter Teresa und ihr in Kolkata gegründeter Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ genießen hohes Ansehen. Aber auf lokaler Ebene gibt es Spannungen zwischen Angehörigen der verschiedenen Religionsgruppen, die auch zur Verfolgung von christlichen Minderheiten führen.


BND contra Sowjetarmee (2007) (pdf)

Mit der vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr herausgegebenen Studie „BND Contra Sowjetarmee“  veröffentlichen zwei junge Wissenschaftler – Armin Wagner und Dr. Matthias Uhl -  die Ergebnisse ihrer jahrelangen Recherchen in den dem  Bundesarchiv zum Teil schon zur Forschung überstellten Archiven des BND und des früheren MfS der DDR. Sie berichten, in welchem Umfang es dem Bundesnachrichtendienst gelungen war – in den Jahren seiner Struktur als US unterstützte „Organisation Gehlen“ - und später als offizieller und einziger deutscher Auslandsnachrichtendienst, Zusammensetzung, Einsatzbereitschaft, Dislozierung und Bewaffnung sowie  operative Planungen der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte  in der DDR sowie die entsprechenden Erkenntnisse zur  NVA, der Nationalen Volksarmee aufzuklären.  Zur Überraschung der meisten Leser, wenn auch nicht zur Überraschung der mit militärischen Lagevorgängen im NATO–Rahmen wie innerhalb der Bundesregierung und Bundeswehr befasst gewesenen Sachverständigen kommen die Forscher zu einem erstaunlich positiven Ergebnis. Auch das DDR-Ministerium für Staatssicherheit kam im Wege der Gegenspionage zu diesem Urteil.

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